Die Intimsphäre wahren?
Aber selbstverständlich!

 

Als Pflegende kennen wir diese Problematik wohl alle: In aller Hektik klopfen wir manchmal vielleicht nur kurz – zu kurz – an, betreten Zimmer X, Zimmer Y und sind auf die Arbeit absolut fokussiert. Dabei besteht immer die Gefahr, etwas ganz Wichtiges zu vergessen: Dass unser Arbeitsplatz das Zuhause von den Menschen ist, die wir pflegen und betreuen. Sie sind keine acht Stunden hier, sondern rund um die Uhr. Das Seniorenheim ist ihre Lebenswelt!

Auch wenn diese Erkenntnis alles andere als neu ist, leiten sich daraus wichtige Inhalte und Impulse für den Pflegeprozess ab, z. B. dass wir uns selbst, als Pflegende, immer wieder darüber im Klaren werden – trotz aller Hektik.

Die Intimsphäre wahren heißt, das Gegenüber zu respektieren und bedürfnisorientiert zu handeln. Dies bezieht sich auf alle Teilbereiche des Pflegeprozesses – angefangen bei der Ganzkörper-Waschung im Bett bis hin zum Anreichen von Malzeiten.

Wir haben einige Punkte zusammengestellt, die Du bei Deiner täglichen Arbeit unbedingt berücksichtigen solltest:

  • Sprich die Bewohner mit „Sie“ an.
  • Achte auf eine respektvolle, nicht bevormundende Form der Kommunikation. Sprich nie in der „Wir-Perspektive“, z. B. „Wir gehen uns jetzt waschen“.
  • Respektiere die Seniorenresidenz als Lebenswelt der Bewohner.
  • Klopfe vor dem Betreten des Zimmers immer an und falle nicht mit „der Tür ins Haus“.
  • Achte bei pflegerischen Handlungen in einem Mehrbettzimmer darauf, den pflegebedürftigen Bewohner immer vor den Blicken Anderer zu schützen (Sichtschutz, Paravent).
  • Schließe bei pflegerischen Handlungen im Bad in einem Mehrbettzimmer immer die Tür.
  • Nimm Dir bei allen pflegerischen Handlungen ausreichend Zeit.
  • Versuche, die Befindlichkeit der Bewohner wahrzunehmen und respektiere auch, wenn Du mal störst.