Biografiearbeit:
Der Schlüssel für einen ganzheitlichen Pflegeprozess

Jeder Mensch hat unterschiedliche Lebensgewohnheiten. Jeder Mensch hat einen anderen Lebensrhythmus. Um diesem auch im Pflegeprozess gerecht zu werden, ist die individuelle Biografiearbeit von großer Bedeutung. Denn wenn Du die Biografie des einzelnen Menschen, seine Gewohnheiten, seine Hobbies, kennst, kannst Du besser auf ihn eingehen und ihn verstehen – und zwar sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich.

Um diese adäquate Biografiearbeit zu gewährleisten, kannst Du  Angehörige fragen, oder, wenn möglich, mit dem Betroffenen selbst kommunizieren. Interessante Fragen sind zum Beispiel:

  • Welchen Beruf hat der Mensch ausgeübt?
  • Welchen Hobbys ist er nachgegangen?
  • Wann ist er für gewöhnlich aufgestanden, wann zu Bett gegangen?
  • Was ist sein Lieblingsessen, was mochte er nicht?
  • Welches Aftershave bzw. welches Parfum bevorzugt er/sie?
  • Ist er Links- oder Rechtshänder?
  • Welche Musik mag er gerne?

Hier kann auch ein Biografie-Fragebogen helfen. Zusätzlich ist es jedoch enorm wichtig, dass Du Deine eigene Wahrnehmung im Pflegeprozess schulst. Worüber redet sie/er gerne? Was ist ihr/ihm im Gedächtnis geblieben? Kommunizieren Sie mit dem Gegenüber, befragen Sie auch, wenn möglich, Freunde und Bekannte.

Nach und nach ergibt sich aus einem „Puzzle“ ein Gesamtbild, das in die Pflegeplanung einfließen kann. Nimm Dir bitte Zeit dafür, denn auch jede noch so ‚kleine Nuance‘ kann sich positiv auf den Pflegeprozess auswirken.

Denke unbedingt daran, die gewonnenen Erkenntnisse sorgfältig zu dokumentieren und für die Mitarbeiter zugänglich zu machen.