Wir treffen einen stolzen Großvater

Das Apartment Nummer 36 von Klaus Müller befindet am Ende eines hellen Flures. Es dauert ein wenig, bis sich die Türe öffnet, denn so schnell wie früher geht es bei ihm nicht mehr – sein linkes Bein ist gelähmt. Doch der ehemalige Straßenbau-Ingenieur empfängt uns, seinen Besuch, mit einem Lächeln auf den Lippen. Der 80-Jährige hat es sich hier schön gemacht.

In der Mitte des Wohnzimmers befindet sich eine gemütliche Sitzecke mit einer weißen Ledercouch – daneben steht ein großes Bücherregal, auf dem auch der Brockhaus zu finden ist. Von dem kleinen Balkon weht eine sommerliche Prise hinein. „Nehmen Sie doch Platz“, bittet Herr Müller, bevor er von seiner bewegenden Lebensgeschichte erzählt. Bewegend, weil der gebürtige Schlesier als kleines Kind die Dresdner Bombennächte im Februar 1945 erleben musste – und überlebte, Gott sei Dank. Dann zogen seine Mutter, seine Schwester und er aufs Land, um den brandgefährlichen letzten Tagen des zweiten Weltkriegs zu entgehen. „Nicht mal eine richtige Schultasche hatte ich“, erzählt Klaus Müller. „Schließlich flüchteten wir später aus der Ostzone in den Westen.“

Hier studierte Herr Müller Bauingenieurwesen in Stuttgart und Ravensburg, fand eine Anstellung im Straßenbau-Amt von Bad Säckingen. Das alles ist schon lange her. Es war ein erfülltes bodenständiges Leben, mit Frau, zwei Kindern und Einfamilienhaus. Nach dem Tod seiner Frau fühlte sich Herr Müller jedoch alleine. Und dann, eines nachts, wurde er von furchtbaren Schmerzen im linken Bein geweckt. Er robbte ans Telefon, konnte sich kaum bewegen, verständigte den Notruf.

„Glücklicherweise stießen wir auf die Pro Seniore Residenz Freiburg. Hier gefällt es mir richtig gut.“

Klaus Müller

Später stellte sich heraus, dass sich am Ende der Wirbelsäule ein Blutgerinnsel gebildet hat, das auf Nervenenden drückte. Es folgte ein dreiwöchiger Krankenhausaufenthalt. Daran kann sich Müller aber nicht mehr erinnern, da ihm in jener Zeit starke Schmerzmittel verabreicht wurden. Dann ging’s sieben Wochen in Reha. „Mein Sohn fand eine Tagespflege in der Freiburger Altstadt, aber daran denke ich nicht gerne zurück. Das Gebäude war alt und die Atmosphäre nicht schön. Glücklicherweise stießen wir auf die Pro Seniore Residenz Freiburg. Hier gefällt es mir richtig gut.“

Langsam, aber sicher kam Herr Müller hier zu neuen Kräften, kann jetzt in seiner eigenen Wohnung leben, ohne auf Sicherheit und gute Versorgung verzichten zu müssen. „Hier im Rieselfeld befinden sich zahlreiche Geschäfte und ich kann viele Besorgungen selber machen. Auch ein wenig Gymnastik steht bei mir täglich auf dem Programm, genauso wie das Zubereiten meiner Malzeiten.“ Ein Blick in die komfortable weiße Küche beweist: Hier wird nicht lange um den heißen Brei gerührt, sondern lecker gekocht.
Herr Müller nimmt auch gerne an der Veranstaltung „Sturzprophylaxe“ und am Singkreis teil, die von der Seniorenresidenz angeboten werden. Und immer wieder sonntags fährt der gepflegte Herr sogar mit dem eigenen Auto, das in der hauseigenen Tiefgarage steht, in seine alte Heimat, ins 90 Kilometer entfernte Bad Säckingen. Dort wohnt seine Freundin: „Mit dem Automatik-Auto funktioniert das gut, denn das rechte Bein ist ja nicht gelähmt.“ Einer seiner beiden Söhne wohnt ganz in der Nähe, kommt ihn regelmäßig besuchen und dann fällt Herr Müllers Blick auf ein paar Fotos hinter einer gläsernen Schrankwand. Darauf ist sein ganzer Stolz zu sehen – ein lächelndes Baby, das wach in die Welt blickt. Es ist seine erst wenige Wochen alte Enkelin, Sofia-Katharina. „Es wurde auch wirklich Zeit, dass ich Opa werde. Viele meiner ehemaligen Studienkollegen sind sogar schon Urgroßväter. Es ist so schön die Kleine im Arm zu halten“, erzählt er mit strahlenden Augen.
Klaus Müller, Bewohner im Betreuten Wohnen der Pro Seniore Residenz Freiburg