Basale Stimulation bei an Demenz erkrankten Menschen

Das von Andreas D. Fröhlich entwickelte und Christel Bienstein auf die Pflege übertragene Konzept der „Basalen Stimulation“ schafft bei Demenz erkrankten Menschen Anreize, die eigene Körpererfahrung aktiv wahrzunehmen. Bei der basalen Stimulation geht es immer darum, dem pflegebedürftigen Menschen Erfahrungen zu verschaffen, die alle fünf Sinne ansprechen, mit der Zielsetzung, das Körpergefühl zu erhalten und der Monotonie entgegenzuwirken.

• Fühlen
• Riechen
• Schmecken
• Sehen
• Hören

Gerade für an Demenz erkrankte Menschen ist dies besonders wichtig, denn sie ziehen sich zusehends in ihre eigene Erlebniswelt zurück und neigen dadurch dazu, in einem sehr „Reiz monotonen Erlebnis-Raum“ zu leben. Ihr Körperbild ist außerdem oft lückenhaft. Dabei können Pflegende leicht Maßnahmen der Basalen Stimulation in den Arbeitsalltag integrieren, beispielsweise bei der Morgenpflege – angefangen bei der Berührung mit unterschiedlichen Schwämmen, Handtüchern bis hin zur Verwendung von Duft-Ölen.

 Pflegetipp:

Jeder Mensch hat unterschiedliche Vorlieben und Abneigungen. Berücksichtige diese im Rahmen der basalen Stimulation. Mag der Mensch z. B. Duftlampen mit Zitrusdüften, kannst Du solche einsetzen. Möchte der Mensch nicht berührt werden, vermeide Berührungen, die ihm unangenehm sind.

Ganz egal, wann, wie und wo Du die Basale Stimulation in Dein  pflegerisches Handeln integrierst: Sie muss immer bedarfsgerecht und darf nie erzwungen sein.

Apropos berühren: Bedenke, dass gerade die Berührung und das Setzen von bewussten Berührungsaktzenten elementar sind für die Interaktion zwischen Pflegendem und Gepflegtem. Die Berührung (ob hektisch, empathisch, schnell oder langsam) wird unmittelbar erlebt und ist ein Mittel, um mit dem Bewohner in einen pflegerischen Dialog zu treten. Nimm Dir daher Zeit dafür, auch wenn das bei aller pflegerischen Routine oft nicht leicht ist.
Besonders wichtig ist das Thema „Berührung“ beim Waschen – so wirkt das Streichen gegen die Haarwuchsrichtung aktivierend, in Haarwuchsrichtung beruhigend.

Doch die „Basale Stimulation“ spielt auch in vielen anderen Bereichen eine Rolle. So z. B. bei der Mobilisation, beim Essen, bei der Rhythmisierung des Tagesablaufs und beim Sprechen.