Altersdepression: Wenn nur die tiefe Traurigkeit bleibt

Traurigkeit gehört wie alle anderen positiven und negativen Gefühle sowie Emotionen zum Leben dazu. Doch was tun, wenn die Traurigkeit und Betrübtheit nicht einfach so verschwinden?

Auch Pflegepersonal in Altenheimen wird immer häufiger damit bei Bewohnern konfrontiert, denn das Risiko, an einer Depression zu erkranken, steigt im Alter an. Risikofaktoren sind Krankheiten, die beispielsweise mit dem Verlust von Mobilität und geistigen Fähigkeiten einhergehen, Schmerzen, der Verlust des Partners oder auch der Eintritt in den Ruhestand, was zu einem Umbruch in der Alltagsroutine und oftmals zu dem Gefühl „nicht mehr gebraucht zu werden“ führt. Im Altersheim liegt der Anteil depressiver Bewohner sogar zwischen 30 und 40 Prozent. Die Alterspression ist damit eine der häufigsten Alterserkrankungen!

Die Diagnose stellt Ärzte, aber auch Pflegende, vor besondere Herausforderungen, denn oft geben Betroffene recht unspezifische Beschwerden an (Bauchschmerzen, Kopfschmerzen etc.). Dazu kommt, dass viele der mit der Depression verbundenen Symptome (Rückgang der Konzentrationsfähigkeit, sozialer Rückzug) als „normale“ Alterserscheinungen gewertet werden und gemeinsam mit weiteren Krankheiten (z. B. Bluthochdruck und Diabetes) auftreten.

Bis dann die eigentliche Depression erkannt wird, dauert es unter Umständen. Daher ist es umso wichtiger, rechtzeitig einen Facharzt, z. B. einen Neurologen, zu informieren, wenn Du bei einem Bewohner den Verdacht hast. Sprich als Pflegekraft unbedingt empathisch mit dem Betroffenen, um wichtige Informationen an den Mediziner weitergeben zu können.

Nachdem die Diagnose erfolgt ist, leiten sich daraus verschiedene Therapiemöglichkeiten ab, z. B. eine Psychotherapie oder Pharmakotherapie laut ärztlicher Anordnung.

Pflegeinfo

In Deutschland leiden 25 Prozent aller Menschen über 65 Jahren an einer psychischen Erkrankung.

"In dem Augenblick, in dem ein Mensch den Sinn und den Wert des Lebens bezweifelt, ist er krank."

SIGMUND FREUD